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Der bestirnte Himmel über mir..*



Ein Plädoyer für Bewusstsein und Frieden (deutsche Fassung)


*Immanuel Kant: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“


Nachbarschaft mit Russland


Wem ist eigentlich heute noch bewusst, wo das ehemalige Deutsche Reich einst sein Ende hatte. Wie weit nordöstlich die Ortschaften Nimmersatt oder Immersatt die Posthalterei bei Nimmersatt, eigentlich liegen? Nimmersatt lag an der Nordspitze Ostpreußens, umgeben von der Ostsee im Westen und von Russland im Osten und Norden. Russland – das damalige russische Litauen – war bis 1918 unser direkter Nachbar. Das Memelland war preußisches Grenzgebiet, 120 Kilometer lang und 40 Kilometer breit, das sich nördlich des Flusses Memel entlang streckt. 1422, im Vertrag von Melnosee, wurde die Grenze festgelegt und blieb nahezu unverändert bis 1920.

Somit ist sie, nach der Pyrenäengrenze, die älteste Grenze Europas.


Nimmersatt war bis 1945 der nordöstlichste Ort des ehemaligen Deutschen Reichs; dort verlief die Reichsgrenze. Ähnlich wie Nimmersatt, gibt es so viele scheinbar verschwundene Orte und Landschaften im historischen Osten Deutschlands. Doch verschwunden sind sie im Grunde nicht. Diese Ortschaften sind heute noch Zeugnis dafür, dass viele Deutsche, bewusst oder unbewusst, noch immer tief mit diesen scheinbar verschwundenen Landschaften verwurzelt sind.

Die deutsche Seele ist eng mit dem Osten und seinen Gebieten, insbesondere mit dem historischen Osten Deutschlands - u.a. Ost- und Westpreußen - sowie das Memelland, verbunden.

Nach einer ungefähren Schätzung mussten nach dem 2. Weltkrieg etwa 14 Millionen Flüchtlinge ihre Heimat verlassen, verloren alles, ihr gesamtes Hab und Gut. Ca. 2 Millionen kamen bei der Flucht ums Leben, Deutschland verlor ein Viertel seines Territoriums.


Simone Weil (1909-1943) sagte treffend:

Die Verwurzelung ist wohl das wichtigste und am meisten verkannte Bedürfnis der menschlichen Seele“.


Krisen, Konflikte und Lichtblicke


Wenn man auf die heutige Welt blickt, sieht man Krisen weltweit, Kriege und tiefe Spaltungen in unseren Gesellschaften. Ängste werden geschürt und eigentlich längst vergessene Feindbilder leben wieder auf. Der Krieg, der seit 2014 in der Ukraine tobt, hat sich nun auf dem europäischen Kontinent zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland ausgeweitet. Russland wird zum Feind deklariert. Mit den militärischen Hilfsgütern und Waffenlieferungen aus Deutschland, ist auch Deutschland offiziell Kriegspartei und somit wieder im Krieg mit Russland.


Was für ein unermessliches Leid Kriege zu den Menschen bringen, dieses gemeinsame Wissen teilen schmerzlich u.a. die Kriegsgeneration und deren Nachkommen, insbesondere die Menschen mit Wurzeln im historischen Osten Deutschlands. Deutsche und Russen blicken auf eine gemeinsame, sehr prägende Geschichte zurück, und auch teilen wir eines der dunkelsten und grauenvollsten Kapitel mit dem Beginn des Überfall Deutschlands auf die damalige Sowjetunion am 22.6.1941 und die damit einhergehende Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee.

Was auch geschehen ist - gemeinsame Geschichte verbindet Völker, Deutsche und Russen bleiben daher immer miteinander verbunden.


Hauptleidtragende aller Kriege war und ist die Zivilbevölkerung. Im 2. Weltkrieg von 1939–1945 hatte die Sowjetunion die meisten Opfer zu beklagen: 24 Millionen Menschenverloren ihr Leben, davon 14, 25 Millionen zivile Opfer. Deutschland hatte insgesamt 7,7 Millionen Opfer zu beklagen, davon 2,167 Millionen zivile Opfer.


Bis ins hohe Alter konnte meine Mama das pfeifende Geräusch der „Stalinorgeln“ nicht vergessen. Bei Gewitter und Feuerwerk zitterte sie und suchte Schutz.

Aber trotz aller Kriegstraumata ist die Verbundenheit zum historischen Osten Deutschlands Teil der deutschen Seele und integraler Bestandteil der deutschen Kulturnation.

Nicht umsonst wurde ich Katja getauft und meine Mama und meine Großmutter nannten mich sehr oft liebevoll mit ihrem ostpreußischen Dialekt „Katjuscha“- ganz nach dem alten russischen Volkslied.

Das Pfeifen der Stalinorgel war dann ganz vergessen und Brücken der Versöhnung zwischen Russen und Deutschen wurden gebaut, wie es zahlreich nach dem 2. Weltkrieg geschah und glücklicherweise bis jetzt auch noch geschieht.

Vom Kalten Krieg, der die Welt und gut und böse oder West und Ost aufteilte, sind wir nun in einer komplexeren multipolaren Welt beheimatet. Eine Welt, die wiederum eine Chance sein könnte, eine neue globale Weltordnung in friedlicher Koexistenz zu erschaffen.


Wenn da nicht die USA wären, die sich scheinbar mit aller Gewalt gegen eine multipolare Welt wehren – die USA wollen ihre Vorherschafft und ihren Einfluss weiter geltend machen, haben sich im Grunde nie aus Deutschland zurückgezogen und akzeptieren keine weiteren Mächte.

Dieser US-Einfluss drückt sich vor allem in den Strategien der NATO sowie der EU aus, denn man setzt wieder auf die Feindbilder Russland und China, Ausgrenzung und Spaltung.


Shaktarp - wo das Leben zur Ruhe kommt


Die „Fünfte Jahreszeit“ – der, auf Litauisch, sogenannte „Shaktarp“, oder auf Russisch „Rasputiza“, ist eine besondere Zeit zwischen Winter und Frühling. Es ist die Zeit des Hochwassers, der überschwemmten Wiesen. Auch wurde diese Zeit die Zeit der Wegelosigkeit genannt - die Elchniederung sowie das Memelland waren zu dieser Zeit weder gangbar, noch schiffbar.

Das Leben und die Menschen kamen zur Ruhe und somit zur Besinnung. Vielleicht hat das genau unsere Welt bitter nötig.

Es scheint mir genau die richtige Zeit zu sein, um innezuhalten und die Magie des Lebenswieder zu entdecken und zu spüren. Eine Magie, die beim Betrachten eines Bernsteins, durch den die Sonne scheint, entsteht. Bernsteine faszinieren bis heute die Menschen. Als Tränen und oder Gold der Götter war der Bernstein einst ein wichtiges Handelsgut, wertvoller als Gold, und gelang auf uralten Handelswegen quer durch Europa von der Ostsee nach Nordafrika und Südeuropa. Eine der Anfänge der Globalisierung oder besser der Verbundenheit zwischen den Menschen.

Nicht nur die Seidenstraße auch die Bernsteinstraße hat Völker miteinander verbunden und in den Bann des Bernsteins gezogen, der „heller leuchtet als die Sonne“.


„Staaten haben keine Freunde, Staaten haben nur Interessen“


Grundsätzlich gilt, was Egon Bahr 2013 einst so treffend formulierte: „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."

Auch u.a. Otto von Bismarck und Charles de Gaulle haben zuvor immer wieder darauf hingewiesen, dass Gefühle und auch Werte keinen Platz in der Politik haben. Denn nur „Interessen und Gegenseitigkeit sind zur Richtschnur zu nehmen“.[4]

Deshalb gilt mehr denn je: Realitäten akzeptieren und nationale Interessen definieren.

Werte sind volatil und unterliegen dem aktuellen Zeitgeist. Zum Beispiel hat keiner- bis auf eine Außenministerin der Partei die Grünen - von einer „feministischen wertebasierten Außenpolitik“ gesprochen. Die viel „zitierte Wertegemeinschaft ist keine Staatsform, da kein demokratischer Prozess diese legitimiert.“


Wir leben schon lange in einer multipolaren Welt, in der es unterschiedlichen Staatsformen gibt, Demokratien, Diktatoren und autoritäre Regime. Laut einer Studie des The Economist aus dem Jahr 2021 leben nur 45% der Weltbevölkerung in demokratischen Strukturen.


Das augenscheinlich vielversprechende Narrativ „Wandel durch Handel“ hat sich nicht bewahrheitet. Der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu China ab 1978 ist einzig und allein durch wirtschaftlichen Profit getrieben. China bietet auch heute noch einen enorm großen Absatzmarkt für ausländische Produkte. Der Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen bzw. die Öffnung des Landes verhalfen wiederum einem großen Teil der chinesischen Bevölkerung aus der Armut, auch wurde der technologische Rückstand Chinas schnell aufgeholt.


Es ging und geht auf beiden Seiten bis heute in China ausschließlich um wirtschaftliche Interessen sowie geopolitische Machtinteressen in Eurasien.


Neu ist auch, dass das Militär kein Monopol mehr auf Kriege und Auseinandersetzungen hat. Wir erleben zunehmend ideologisch getriebene Medien-Propaganda-Kriege, die die Bevölkerung tief spalten, sodass sachliche Debatten kaum noch möglich sind und die Menschheit in Spaltung und letztlich in Kriege treiben.


Ideologie schlägt gesunden Menschenverstand und Herz


Die Erzeugung von Angst und Hass sind Propagandawerkzeuge. Angst vor dem Virus, Angst vor CO2 und Hass auf Russland und China.

Der mühsame und jahrzehntelanger Versöhnungsprozess u.a. zwischen Deutschen und Russen ist zum Stillstand gekommen. Nicht nur wirtschaftliche Beziehungen werden abgebrochen, auch der Kulturaustausch kommt zu Erliegen. Russische Künstler werden ausgeladen, falls sie sich nicht zuvor eindeutig gegen Putin positioniert haben.

Die politische Haltung ist wichtiger als die Kunst, und die ideologische Haltung bestimmt die Wirtschaftsausrichtungen und politischen Entscheidungen.


China – der Überwachungsstaat


Das Narrativ „Wandel durch Handel“ gehört nun endgültig der Vergangenheit an. China setzt seine „Grand Strategy“ kontinuierlich fort. Was einst die Dynastien des chinesischen Kaiserreichs waren, ist es jetzt - seit Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 - die Kommunistische Partei, mit Xi Jinping an der Spitze, gleichsam als Kaiser. Gemäß dem „China Dream“ strebt China an, die Nummer eins auf der Welt zu werden und das in allen Bereichen, auch militärisch.

Dass man China so einiges zu trauen kann, zeigt sich in der drastischen Abkehr von der Zero-Covid-Politik. Gesichtsbewahrend hat die chinesische Regierung auf die „spontanen Proteste“ reagiert und damit strategische Flexibilität gezeigt.


Somit hat Xi Jinping mit der Aufhebung aller Corona Maßnahmen nicht nur der chinesischen Wirtschaft einen großen Gefallen getan, auch wurde ganz nebenbei seine Macht und die der Macht der Kommunistischen Partei zementiert. Der so lange vom Westen propagierte Systemwechsel als Rechtfertigung der wirtschaftlichen Beziehungen mit einer Diktatur ist in unerreichbare Ferne gerückt. Im Gegenteil, die chinesische Regierung verfolgt weiter seine Strategie und baut weiter an einem perfekt durchkontrollierten, hoch technologisierten Überwachungsstaat.


China bleibt somit ein sehr flexibler Wirtschaftspartner und geopolitischer Akteur.

Dies erfordert nur eine ebenso flexible China-Strategie der jeweiligen Länder.

Es muss immer mit Lieferkettenunterbrechungen gerechnet werden, Investitionen in China sollten klug überdacht sein und geschützt werden. Eine mögliche Abhängigkeit kritischer Infrastrukturen und Produkte, z.B. pharmazeutische Vorprodukte, sollte immer vermieden werden. Dies gilt auch für wirtschaftliche Beziehungen mit nicht autoritären Regimen.

Auch sollte der Umgang mit China, wirtschaftlich und politisch, emotionsfrei, nur von den jeweiligen wirtschaftlichen Interessen und Gegenseitigkeit, bestimmt sein, wohlgemerkt zum Wohle aller Beteiligten.


Denn Fakt ist: China geht weiter seinen eigenen Weg, in dem das Individuum und individuellen Freiheiten kaum Platz haben.


Die Ideologie nimmt in China einen großen Stellenwert ein. Eine Ideologie, die nicht nur intern die Bevölkerung zusammenhalten soll, sondern extern das Leitmotiv für jeden politischen Schritt auf der geopolitischen Weltbühne ist.

Im Umgang mit China sollten immer die eigenen nationalen Interessen und Gegenseitigkeit Richtschnur sein.

Dies gilt nicht nur für China, sondern auch und insbesondere für Russland.

Wir sind alle miteinander verbunden.


Russland und die deutsche Seele


Bleiben wir alle realistisch: Russland ist eine Atommacht, wirtschaftliche Sanktionen werden Russland als ein schier unermesslich reiches Land an Rohstoffen auf langer Sicht nichts anhaben können. Im Gegenteil, Sanktionen ermöglichen, dass Russland seine Gasabnehmer diversifiziert und somit nicht mehr von einem Abnehmer abhängig ist.


Paradebeispiel ist die Reaktivierung des wirtschaftlichen Korridors – China-Mongolia- Russia. Ebenso wird die russische Gaspipeline nach China Nordstream 2 ersetzen.

Im Zuge der Sicherung der Energieversorgung möchte China seinen Energiemix ausgewogen halten und erhöht deshalb den Erdgasanteil.

Auch Indien ist ein dankbarer Abnehmer von Erdgas aus Russland.

Dass eine Abkopplung von Russland nicht so einfach ist, zeigt, dass sich von Januar bis Oktober 2022 die LNG Importe um 40% erhöht haben gegenüber 2021. Russisches Flüssiggas machte 16% der gesamteuropäischen Seeimporte aus: Hauptabnehmer waren Frankreich, Belgien, Spanien und die Niederlande.[3] Anstelle des kostengünstigen und umweltschonenden Pipelinegases wird jetzt auf LNG gesetzt.


Der entstandene Schaden spürt nun insbesondere Deutschland, als industrieintensives und rohstoffarmes Land. Die zunehmende hausgemachte Energiekrise treibt die Deindustrialisierung in Deutschland voran, Großunternehmen denken zunehmend daran, das Land zu verlassen, die mittelständische Industrie, einst das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, wird zunehmend zerstört, die Leistungskraft der Deutschen sinkt, Arbeitslosigkeit und Armut sind die Konsequenz. Und war nicht der Anschlag auf die Nordstream 2 der erste Terroranschlag gegen Deutschland nach dem 2. Weltkrieg?


Die Entscheidungen und Aktionen der jetzigen Bundesregierung, mit Olf Scholz als Bundeskanzler, stehen nicht im Einklang mit dem geleisteten Eid, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.


„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. (So wahr mir Gott helfe.)“


Ob mit oder ohne Gottes Hilfe, auch die unerträglichen Auswüchse der Gendersprache, die sogenannte wokeness, die cancel culture und die unkontrollierte Zuwanderung zerstören nicht nur die deutsche Sprache, die deutsche Kultur und bringt den Staatshaushalt an seine Grenzen, sondern treiben die gesellschaftliche Spaltung weiter voran. Nichts dazu dient dem Wohle des deutschen Volkes.



Die Macht der Kultur, Geschichte und der Geografie

„… die staatliche Kontinuität, ohne die Deutschland sehr viel ärmer wäre – Deutschland kommt nicht aus dem Nichts. Preußen war einer der prägendsten Großmächte Europas und einer die modernsten Staaten der Welt, mit seiner effektiven Verwaltung, einer Alphabetisierung bis in den letzten Winkel der Dörfer und einer Rechtsstaatlichkeit auf allen Ebenen.“


Während es in der Weimarer Republik zu gravierenden politischen Instabilitäten kam, war Preußen als größtes Mitglied des Deutschen Reiches sehr stabil. Otto von Braun, preußischer Ministerpräsident von 1920-1932, überzeugter Preuße und Sozialdemokrat, reformierte das Staats- und Schulwesen. Preußen war somit eine „zuverlässige Stütze der Weimarer Republik.“

Mit dem sogenannten „Preußenschlag“ wurde Otto von Braun des Amtes enthoben.


Die Kontrolle des Reichs über Preußen, vor allem über die preußische Polizei, erleichterte es Adolf Hitler im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 erheblich, ein diktatorisches Regime zur errichten.“


Die Macht der Kultur, der gemeinsamen Geschichte und die Geografie sind unumstößliche Eckpfeiler und ein starkes Fundament. „Zwischen Russland und Amerika liegen Ozeane. Zwischen Russland und Deutschland liegt die große Geschichte.“, urteilte der Historiker Michael Stürmer. Auch Vladimir Putin zitierte Michael Stürmer in seiner Rede im Deutschen Bundestag am 25. September 2001.



Brücken bauen


Mein unerschütterlicher Optimismus sagt mir, dass es noch nicht zu spät ist, sich wieder unserer Urkraft, unserer Kultur und Geschichte zu besinnen, um als Mitgestalter einer neuen Weltordnung der friedlichen Koexistenz zu wirken. Auch und insbesondere wegen der geografischen Lage des Landes sollte Deutschland als Brückenbauer zwischen Ost und West dienen.


Autoritäre Regime können nur von innen heraus, von der eigenen Bevölkerung, verändert werden.

So kann auch Deutschland sich nur von innen aus den Fesseln befreien, raus aus der scheinbar endlosen moralisierenden Schuld- und Opferschlaufe und zurück zu dem, was wir Deutsche eigentlich sind - friedliebend, kreativ, innovativ, technischer Sachverstand und kultureller Feinfühligkeit.

Wie sonst sollte man die famosen „goldenen 20er Jahre“ deuten, hier einige Beispiele: Das besiegte Deutschland wurde innerhalb kurzer Zeit, trotz immenser Reparationsansprüche der Siegermächte gemäß des Versailler Vertrags von 20.6.1919 zweite Industrienation nach den USA. Dank US Krediten, denn die US Banken vertrauten der deutschen Wirtschaftskraft. Da laut Vertrag auch das Fliegen mit Motor untersagt wurde, machten einige Deutsche aus der Not eine Tugend, tüftelten und erfanden das Segelflugzeug.


Wirtschaftliche Grundlage für die Rückbesinnung Deutschlands auf seine Urkraft ist in erster Linie die Notwendigkeit einer drastischen Reduzierung der Staatsverwaltung und seiner Staatsbediensteten. Der Staat sollte sich wieder um seine ursprünglichen Aufgaben besinnen: Sicherstellung einer effizienten Infrastruktur, eines hochwertigen und bezahlbaren Gesundheitswesens, eine hochwertige, bezahlbare und menschenwürdige Versorgung der Pflegebedürftigen, ein exzellentes ,kostenfreies Bildungswesen sowie die Gewährleistung der inneren und äußeren Sicherheit. Dies alles gemäß Amtseid zum Wohle des deutschen Volkes.


Weltbild ändern


Die Presse, das Bildungswesen, das Gesundheitswesen u.s.w. dürfen nicht mehr dem Wettbewerb und der Gewinnmaximierung unterworfen sein, sondern könnten z.B. in Stiftungen umgewandelt werden.


Nur eine freie Presse kann Meinungsfreiheit und Zugang zu allen Informationen gewährleisten. Das Monopol der Staatsmedien - wie ARD und ZDF - und der Besitz von Medien durch reiche Familien - u.a. die Familien Springer, Bertelsmann (Mohn) und Holtzbrinck - muss beendet werden, um mehr Raum und freien Zugang für alternative Medien und Informationsquellen zu schaffen. Wir müssen gut informiert sein, um kritisch denkende Menschen im Sinne von Immanuel Kants sapere aude zu werden.


Das Bildungssystem und vor allem das Gesundheitssystem und die Pharmaunternehmen und ihre Forschung dürfen nicht von Gewinnmaximierung getrieben sein. Krankenhäuser dürfen nicht wie Unternehmen geführt werden - die Gesundheit sollte ihr ausschließliches Anliegen sein. Alten- und Pflegeeinrichtungen sollten mit der bestmöglichen Ausstattung versehen werden. Das Personal sollte optimal bezahlt werden. Profit darf keine Rolle spielen; alle Bemühungen sollten von dem Wunsch geleitet sein, Menschen zu begleiten, ein würdevolles und respektvolles Ende des irdischen Lebens zu erleben.


Bewusstsein und das Göttliche in uns


Jacques Ancel, französischer Geograf und Geopolitiker, schlug in seinen Schriften eine geopolitische Vision, ein Miteinander der „Identität des Herzens“ und eine „Nation des Herzens“ vor - die Idee, dass Menschen sich verbinden und eine Gemeinschaft auf der Grundlage einer gemeinsamen Geschichte, Sprache und Kultur bilden können.


Dieser Weg zurück zum Herzen verbindet uns als menschliche Wesen wieder mit dem Göttlichen. Wir sind alle "Seelenmenschen". Wir sind spirituelle Wesen, die aus der gleichen Quelle stammen. Dieses Spirituelle oder Göttliche drückt sich in verschiedenen Kulturen und Traditionen unterschiedlich aus, sei es in der Religion, im Buddhismus, im Schamanismus oder in der Verbundenheit mit der Natur.


Wir sollten uns vom kalten, rationalen Verstand zurück zu den Gefühlen des Herzens bewegen. Auf diese Weise können wir ein neues Weltbild und eine neue Weltordnung schaffen. Eine solche Rückbesinnung auf das Herz und das Göttliche in uns würde es uns ermöglichen, das Leben und die Natur wieder mit Ehrfurcht und Liebe zu betrachten.


Möge uns alle wieder unsere Menschlichkeit sowie unsere Verbundenheit bewusst werden.


Identität des Herzens - Zurück zu den Wurzeln – Wir sind alle Liebe


Referenzen und Lesetipps

Ancel, Jacques (1938): Géographie des frontières, Gallimard.

Banik, Katja (2022): Im Rausch des Bernsteins – der historische Osten Deutschlands, www.katjabanik.com

Banik, Katja (2021): A clear view eastwards: Russia and Germany, www.katjabanik.com

Banik, Katja (2021): Without roots, no future. Decoupling ideologies, www.katjabanik.com

Banik, Katja/Lüdert, Jan (2020): Assessing Securization: China’s Belt and Road Initiative, E-International Relations, e-ir.info

Bode, Sabine (2009): Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation, Klett-Cotta.

Brzezinski, Zbigniew (1998): The Grand Chess Board, Basic Books.

Die Bundesregierung (2022): Krieg in der Ukraine, www.bundesregierung.de

Deutscher Bundestag: Wortprotokoll der Rede Wladimir Putins im Deutschen Bundestag am 25.9.2001.

Deutsch Historisches Museum (2022): Lebendiges Museum Online, Berlin.

Eurakciv (2022): Russia says pipeline to China will replace Nordstream 2.

Dohnanyi, Klaus (2022): Nationale Interessen, Siedler Verlag, München.

Graichen, Hesse (2012): Die Bernsteinstraße. Verborgene Handelswege zwischen Ostsee und Nil, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg.

Jähner, Harald (2022): Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen. Rowohlt-Berlin.

Kossert, Andreas (2009): Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945, Pantheon Verlag. Lasch, Otto (1959): So fiel Königsberg, Gräfe und Unzer Verlag.

Namzhilova, Victoria (2022): Economic Corridor China – Mongolia- Russia: Infrastructure in Focus, RIAC.

ostexperte.de, Nachrichten aus Russland und China, Berlin.

Preußsiche Allgemeine Zeit (PAZ) 2022:

Putin, Wladimir (2021): Offen sein, trotz Vergangenheit, Gastbeitrag vom 22.6.2021 in der WochenzeitungDie Zeit.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-06/ueberfall-auf-die-sowjetunion-1941-europa-russland-geschichte-wladimir-putin/komplettansicht

Pölking, Hermann (2022): Das Memelland. Wo Deutschland einst zu Ende war, bre.bra. verlag, Berlin

RedaktionsNetzwerkDeutschland (2022): www.rnd.de. Hannover.

Statista (2022): www.statista.com

Segelflugzeug.org (2022): www.segelflugzeug.org

Teltschik, Horst (2019): Russisches Roulette: Vom kalten Krieg zum kalten Frieden, C. H. Beck.

The Economist (2022):

Wagener, Martin (2021): Der Kulturkampf um das deutsche Volk. Der Verfassungsschutz und die nationale Identität der Deutschen, Lau Verlag.



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